besondere einsaetze

Hochwasserkatastrophe Elbe 2013

Das Elbehochwasser bescherte auch den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Mülheim einiges an Arbeit. Am vergangenen Mittwoch (05.06.2013) fuhren zunächst zwei Kameraden des Löschzuges Heißen nach Magdeburg um dringend benötigte Sandsäcke aus Mülheim, Essen und Oberhausen zu liefern. Insgesamt brachten sie 13.000 leere Sandsäcke nach Sachsen Anhalt.

Am Samstag (08.06.2013) wurde dann auf Anweisung der Bezirksregierung die "Abteilung Bezirk Düsseldorf" alarmiert. Eine derartige Vollalarmierung hat es seit Bestehen der Struktur noch nicht gegeben. Die Abteilung besteht aus fünf Bereitschaften, die wiederum aus jeweils fünf Löschzügen bestehen. 

Elbehochwasser4

Bereitschaft I: Duisburg, Kreis Wesel, Kreis Kleve
Bereitschaft II: Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen
Bereitschaft III: Mönchengladbach, Krefeld, Kreis Viersen
Bereitschaft IV: Düsseldorf, Rheinkreis Neuss, Kreis Mettmann
Bereitschaft V: Wuppertal, Remscheid, Solingen


Mülheim als Teil der Bereitschaft II bildet den 4. Zug, bestehend aus zwei Löschgruppenfahrzeugen (jeweils eines vom Löschzug Heißen und eines vom Löschzug Broich) und einem Führungsfahrzeug. Zusätzlich wird noch ein Einsatzleitwagen für die Bereitschaftsführung gestellt. Je nach Lage kommen noch weitere Fahrzeuge hinzu.

Die Abteilung Bezirk Düsseldorf sollte schnellstmöglich nach Magdeburg verlegen, da die Lage dort kritisch war. Mehrere Stadtteile und wichtigeelbehochwasser1 Infrastruktur drohten überschwemmt zu werden. Daher erfolgte die Abfahrt der einzelnen Bereitschaften noch in der Nacht zu Sonntag. Den Einsatzkräften blieb daher nur wenig Zeit, um Taschen mit Wechselkleidung zu packen und ggf. ihre Arbeitgeber zu informieren, dass sie am Montag nicht am Arbeitsplatz erscheinen werden. Der Einsatz sollte voraussichtlich bis Freitag (14.06.2013) dauern. Die Fahrt ins ca. 400km entfernte Magdeburg dauerte etwa 8 Stunden, da Kolonnenfahrten im großen Stil nur eine durchschnittliche Geschwindigkeit von etwa 50 Stundenkilometern ermöglichen.

Aufgabe vor Ort war die Sicherung eines Kraftwerkes und eines Umspannwerkes. Eine detaillierte Einsatzbeschreibung finden sie in der Rubrik "Einsätze".

Da sich die Lage in Magdeburg am Montag langsam stabilisierte konnten die Kräfte aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf bereits am Dienstag (11.06.2013) wieder abrücken. Die letzten Kräfte waren um 23:50 Uhr wieder an ihren Standorten.

elbehochwasser6Für die Einsatzkräfte bleiben beeindruckende Bilder: Wassermassen, die Hauptstrassen in mehr als knietiefe Ströme verwandeln. Der massive Einsatz von Personal und Material durch Bundeswehr, THW, Feuerwehr und alle anderen beteiligten Organisationen. Die vielen helfenden Hände der Magdeburger Bevölkerung: Beim Füllen und Umladen von Sandsäcken. Als Fahrer von LKW und Schaufelladern in den Einsatzstellen. Als großzügige Gastgeber, die in den Unterkünften und an den Versorgungsstellen für einen nicht abreißenden Nachschub an Getränken, Verpflegung und Dingen des täglichen Bedarfs sorgten – 400 Portionen Döner zum Abendessen am Montag waren da die Spitze des Eisbergs!

Insgesamt waren 647 Einsatzkräfte und 146 Fahrzeuge aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf in Magdeburg eingesetzt. 80% des Personals waren freiwillige Feuerwehrleute, die ihre Arbeit rein ehrenamtlich machen.

Dies zeigt wie wichtig das Ehrenamt ist. Bei Großschadenslagen wie dieser und bei den alltäglichen kleinen Katastrophen sind die bundesweit mehr als eine Million Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren ein unverzichtbarer Bestandteil der Gefahrenabwehr. 95% aller Feuerwehrleute inelbehochwasser5 Deutschland gehören einer Freiwilligen Feuerwehr an, ca. 27.000 Menschen sind Berufsfeuerwehrleute.

Auch die Freiwillige Feuerwehr Mülheim freut sich über neue Mitglieder! Kommen sie einfach mal bei einem Übungsdienst vorbei oder melden sie sich bei einem der beiden Zugführer. Die Kontaktdaten finden sie auf dieser Homepage. Auch die Jugendfeuerwehr braucht Verstärkung. Aktuell wird gerade am Standort Broich eine zweite Gruppe gegründet. Weitere Infos finden sie auf den Seiten der Jugendfeuerwehr unter www.jfmh.de.

on 12 Juni 2013
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