besondere einsaetze

Bombenfund

Eigentlich ist die Entschärfung eines Bomben-Blindgängers für eine Feuerwehr im Ruhrgebiet nichts Besonderes. Aber wir nehmen die Entschärfung vom 12.05. mal zum Anlass, mehr als nur den üblichen, kurzen Einsatzbericht zu schreiben.

An der Oberheidstaße war im Vorfeld einer Baustelle der Boden sondiert worden, um sicherzustellen, daß das Gelände frei von Kampfmitteln ist. Dabei wurde klar, daß an der Baustelle Metall im Boden ist, das da nicht hingehört. Die genaue Prüfung durch den Kampfmittelräumdienst ergab, daß leider nicht eine alte Badewanne, wie viele gehofft hatten, sondern eine amerikanische 10-Zentner-Bombe mit Aufschlagzünder im Boden steckte.

Die nachfolgende Kette der Ereignisse fand unter der Federführung des Ordnungsamts statt. In der Zuständigkeit dieser Behörde liegt es, die Vorgaben des Kampfmittelräumdienstes für die Stadt umzusetzen.

 

Gegen Mittag gingen die ersten Informationen an die Führungskräfte der freiwilligen Feuerwehr - auch an die andern Fachdienste des Mülheimer Katastrophenschutzes und viele andere Stellen. Eine erste Besprechung in den Räumen der Feuerwehr folgte. Dabei wurden alle beteiligten Dienste von A (Autobahnpolizei) bis Z (zentraler Außendienst des Ordnungsamts) über die Lage detailliert informiert und alle notwendigen Festlegungen abgesprochen: Größe von Evakuierungs- und Sicherheitszone, Sperrzeiten für diese Zonen, die Autobahn und den Nahverkehr, Unterbringung der Evakuierten, Bereitstellungsräume für die Einsatzkräfte…

Dann konnten die Fachdienste ihre Arbeit planen: Aufbau eines Betreuungsplatzes durch das DRK in der Wilhelm-Busch-Schule am Springweg, Aufbau und Versorgung eines Bereitstellungsraums mit Leitstelle auf dem Sportplatz Wenderfeld durch Feuerwehr und JUH. Sicherstellung des Brandschutzes für die Sperrkreise durch Freiwillige Feuerwehr und Berufsfeuerwehr, Besetzung der Sperrstellen durch Polizei, Ordnungsamt und THW, Besetzung von Warnfahrzeugen durch die Freiwillige Feuerwehr, Fahrdienst für die Evakuierten durch MVG, DLRG und die Hilfsorganisationen.

Parallel dazu hatte die Stadt Essen für ihren Teil der Sperrkreise das selbe zu tun.

Insgesamt mussten aus dem inneren (500m) Kreis 2500 Personen evakuiert werden, 2200 in Mülheim, 300 in Essen. Im äußeren (1000m) Kreis wurden die Anwohner mit Lausprecherdurchsagen zu "luftschutzmäßigem Verhalten" - im Haus bleiben, weg von den Fenstern - aufgefordert.

Um 16:30 begannen die Evakuierungen, um 18:30 wurden die letzten Sperrungen (u.a. auf der A40) in Kraft gesetzt.

Kurz nach 19:00 begann das Entschärfer-Team um Peter Giesecke mit seiner Arbeit, gegen 19:45 konnte Entwarnung gegeben werden.

Nachdem für die letzten Evakuierten die Heimfahrt organisiert war, konnten die beteiligten Einheiten wieder einrücken.

Kameraden der LZ Broich besetzten die 5 Warnfahrzeuge, u.a. den ABC-Erkunder, der neben seiner Messtechnik auch mit einer Warneinrichtung ausgerüstet ist.

Im Bereitstellungsraum stellten die Kameraden des LZ Heißen mit ihren Großfahrzeugen den Brandschutz sicher, unterstützt durch eine DL der Berufsfeuerwehr und das TLF des LZ Broich.

(Autor: Volker von der Heidt)

on 17 Mai 2016
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