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Schweres Unwetter über Mülheim (ELA) 2014

Das Unwetter am 10.06.2014

Ein schweres Unwetter an Pfingstmontag hat in Mülheim starke Verwüstungen angerichtet. Nach einem herrlichen Sommertag mit Temperaturen oberhalb von 30°C wurde es gegen 21:00 Uhr plötzlich stockdunkel. Ein extremes Gewitter mit Orkanböen und heftigem Starkregen zog über das Stadtgebiet hinweg. Es richtete innerhalb weniger Minuten enorme Schäden im gesamten Stadtgebiet an. Bäume wurden entwurzelt oder knickten ab, Dächer wurden abgedeckt, Gebäude und Fahrzeuge wurden durch umstürzende Bäume beschädigt oder völlig zerstört. Viele Straßen wurden unpassierbar. 15 Menschen in Mülheim wurden durch das Unwetter verletzt, teilweise sogar schwer.

 

Sturmtief ELAUmgehend wurde Vollalarm für die Freiwillige Feuerwehr ausgelöst. Die Leitstelle konnte die Vielzahl an gleichzeitig eingehenden Notrufen kaum noch abfragen. 
Für viele Kameraden war alleine der Weg zum Gerätehaus schon schwierig, da vielerorts umgestürzte Bäume den Weg versperrten und man so nur über Umwege zum Ziel kam. Sämtliche Fahrzeuge beider Löschzüge wurden besetzt und rückten zunächst zu den Einsatzstellen mit höchster Priorität aus. Hierbei handelte es sich überwiegend um Einsatzstellen, bei denen Bäume auf Autos oder Häuser gestürzt waren oder Hausausgänge durch umgestürzte Bäume blockiert waren. Auch auf den Straßen mussten Autofahrer "befreit" werden. Sie waren von umgestürzten Bäumen eingeschlossen. An vielen Stellen mussten sich die Einsatzkräfte den Weg zur eigentlichen Einsatzstelle erst freischneiden oder konnten das Ziel nur über Umwege erreichen. Auf etlichen Straßen wurde zunächst nur eine Schneise freigeschnitten, so dass ein Durchkommen wieder möglich war. Die komplette Entfernung der Bäume konnte erst später vorgenommen werden.

Das wahre Ausmaß der der Zerstörungen wurde dann am kommenden morgen sichtbar. Das Stadtbild hatte sich an einigen Stellen komplettSturmtief ELA verändert. Von manchen Waldstücken waren nur noch karge Baumstämme übrig, die in den Himmel ragten. Auf nahezu jeder Straße und jedem Gehweg lagen Äste oder Bäume. Die Oberleitungen der Straßenbahn war in einigen Straßenzügen komplett heruntergerissen (der Straßenbahnbetrieb war bereits am Abend eingestellt und die Oberleitungen stromlos geschaltet worden)

Langsam wurde jedem bewusst, dass die Aufräumarbeiten noch Tage, wenn nicht sogar Wochen dauern würden. Daher wurde bei der Bezirksregierung um Unterstützung gebeten. Diese alarmierte auch umgehend Feuerwehrbereitschaften aus dem Bereich Ostwestfalen, die im Laufe des Tages zur Unterstützung eintreffen sollte. Gegen 14:00 Uhr waren diese Kräfte dann auch vor Ort, so dass die FF nach über 16 Stunden Arbeit ohne nennenswerte Pausen eine erste Erholungspause einlegen konnte.

Aufräumarbeiten 11.06.2014

ela4Am kommenden Tag (11.06.2014) wurde die FF gegen 7:30 Uhr dann erneut alarmiert. Die Alarmierung war aber vorher bekannt. Bereits am Vorabend wurden die Führungskräfte der Freiwilligen  Feuerwehr informiert, dass die Einsätze noch längst nicht abgearbeitet seien und die weitere Unterstützung durch freiwillige Kräfte notwendig sei. Bis spät in den Abend wurden auch an diesem Tag weitere Schäden beseitigt. Noch immer waren Straßen unpassierbar. Darunter waren auch Hauptverkehrsstraßen wie die B1 im Bereich des Witthausbusch. Zahlreiche Nebenstraßen konnten auch am Mittwoch noch nicht wieder an die Außenwelt angeschlossen werden, da es noch zu viele kritische Einsatzstellen im Stadtgebiet gab, die vorrangig abgearbeitet werden mussten. 
Viele Einsatzstellen konnten ohne umfangreiches technisches Gerät überhaupt nicht abgearbeitet werden. Daher war auch das THW seit Montag Abend im Dauereinsatz, um mit schwerem Gerät und Kränen Straßen freizuräumen und Bäume von Häusern zu entfernen. 
Das DRK übernahm die Verpflegung der immer größer werdenden Anzahl an Einsatzkräften. Mehrere Bereitschaften aus Ostwestfalen und dem Niederrhein und Drehleitern aus den Nachbarstädten waren mittlerweile in Mülheim im Einsatz. Untergebracht wurden die auswärtigen Kräfte unter anderem in der Gustav-Heinemann Schule sowie in den Gerätehausern der Freiwilligen Feuerwehr und in der Feuerwehrschule. Bereitstellungsraum und Verpflegungsstelle wurde unter anderem die Feuerwache 2 in Heißen.

Am Donnerstag wurde der FF eine Auszeit gegönnt. Freizeit hatten die Kameraden dennoch nicht, denn nach zwei Tagen Fortbleiben vom Arbeitsplatz, mussten sie sich mal wieder bei ihrem Arbeitgeber blicken lassen und die liegengebliebene Arbeit abarbeiten. 

Fortsetzung am 13.06.2014

ela5Freitag, den 13.06. sowie das komplette folgende Wochenende war die FF dann wieder ganztägig im Einsatz. Schwerpunkt waren jetzt unter anderem Schulen und Kindergärten. Hier mussten lose Äste, die noch in den Bäumen hingen und herunterzustürzen drohten, entfernt werden, damit der Betrieb am Montag wieder gefahrlos aufgenommen werden konnte. Auch an vielen anderen Orten im Stadtgebiet wurden jetzt gefährliche Äste entfernt. Darüber hinaus gab es auch weiterhin noch Bäume auf Straßen und Häusern. Die Beseitigung war häufig komplizierter und aufwändiger. In zunehmendem Maße ware

n jetzt Drehleitern und Kräne erforderlich, um Äste aus Baumkronen zu entfernen. Daher wurden weiterhin zahlreiche Fahrzeuge aus weniger betroffenen Nachbarstädten und Kreisen nach Mülheim geholt. Sogar vom Institut der Feuerwehr in Münster wurden zwei Drehleitern nach Mülheim beordert.

In den kommenden Tagen wurde die Präsenz der FF zurückgefahren, da zum einen nicht mehr so viel "Manpower" benötigt wurde und zum anderen damit die ehrenamtlichen Kameraden wieder ihrem normalen Beruf nachgehen konnten. In geringerem Umfang fuhr die FF aber auch am Montag und Dienstag mit einer gemischten Besatzung aus Broicher und Heißener Kameraden weitere Einsätze. 

Fortsetzung am 19.06.2014

ela7Da am Donnerstag, den 19.06. Feiertag in NRW war und die meisten Kameraden daher nicht arbeiten mussten, wurde die Präsenz der FF wieder hochgefahren, um so mit vereinten Kräften die restlichen Einsatzstellen abzuarbeiten.

Am Freitag hatte sich die Lage nach knapp 2 Wochen dann soweit entspannt, dass der Krisenstab aufgelöst werden konnte und die Freiwillige Feuerwehr aus den Sturmeinsätzen "entlassen" wurde. Die Aufräumarbeiten waren damit aber noch lange nicht beendet. Insbesondere die Wälder im Stadtgebiet sind weiterhin nicht betretbar und auch in vielen Parks sieht es nach wie vor chaotisch aus. 

Auch am Montag, den 23.06. liefen noch neue Notrufe in der Leitstelle auf, so dass die FF wieder in Rufbereitschaft versetzt wurde. Eine feste Anzahlela3 an Kameraden steht seitdem auf Abruf, um ab 17:00 Uhr (also nach Feierabend) die Berufsfeuerwehr bei den Einsätzen unterstützen zu können. Bisher wurden die Kräfte aber noch nicht benötigt.

Insgesamt sind bis zum heutigen Tag (Stand 25.06.2014) 1912 Einsatzmeldungen eingegangen. Zwischenzeitig waren mehr als 900 Kräfte von Feuerwehr, THW und Hilfsorganisationen gleichzeitig im Stadtgebiet im Einsatz. Insgesamt wird die Zahl der Hilfskräfte über den gesamten Zeitraum auf 3500 Personen geschätzt. Hinzu kommen noch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, die tatkräftig im Rahmen ihrer Möglichkeit mitgeholfen haben oder die Einsatzkräfte durch Kuchen- und Kaffee- oder sonstige Spenden bei Laune gehalten haben. 

Dank an dieser Stelle an die vielen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräfte von Feuerwehr, THW und Hilfsorganisationen aus ganz NRW, die Mülheim bei der Beseitigung der Schäden unterstützt haben. 

on 25 Juni 2014
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